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Anlegen/Wechseln eines Herzschrittmachers -
permanenter/temporärer Schrittmacher
Click Here! Wenn Medikamente zur Behandlung Ihrer
Herzrhythmusstörungen nicht ausreichen, sollte man das Anlegen eines
Herzschrittmachers in Betracht ziehen. Er besteht aus einer kleinen Batterie,
welche ständig die Herztätigkeit registriert und bei verlangsamter Herztätigkeit
elektrische Impulse an das Herz abgibt, um eine optimale Herzfrequenz und somit
eine ausreichende Sauerstoffversorgung der Organe zu erreichen. Hunderttausende
Menschen in Deutschland leben mit einem Herzschrittmacher.
Zur Dauerbehandlung wird die Schrittmacherbatterie in den
Körper eingepflanzt (Implantation eines permanenten Schrittmachers; vgl. Abb.).
Zur vorübergehenden Behandlung wird ein temporärer Schrittmacher angelegt,
dessen Batterie außerhalb des Körpers getragen wird
Der Herzschrittmacher enthält einen miniaturisierten
elektronischen Schaltkreis und eine Kompaktbatterie. Die Verbindung zwischen
Schrittmacher und Herz wird durch eine bzw. zwei Elektrode(n) hergestellt. Eine
Elektrode ist ein sehr dünner, elektrisch isolierter Draht, der im rechten
Vorhof oder in der rechten Herzkammer verankert wird. Sie überträgt den
elektrischen Impuls zum Herzen, stellt die Herzaktivität fest und leitet diese
Information an den Herzschrittmacher weiter.
Zur Behandlung der bei Ihnen vorliegenden
Herzrhythmusstörungen ist folgendes Verfahren vorgesehen:
Anlegen eines dauerhaften (permanenten) Schrittmachers
Zur Dauerbehandlung wird in örtlicher Betäubung oder in
Narkose im Bereich unter dem Schlüsselbein im Unterhautfettgewebe oder hinter
dem Brustmuskel eine Tasche gebildet und der Herzschrittmacher dort
eingepflanzt. Der Brustkorb wird dabei nicht eröffnet. Dann wird eine Elektrode,
die später die elektrischen Impulse von der Batterie zum Herzen leitet, unter
Röntgenkontrolle über eine Vene unterhalb des Schlüsselbeins – ähnlich wie ein
Herzkatheter – in das Herz vorgeschoben (vgl. Abb.) und o
beim Einkammerschrittmacher in dem Teil des Herzmuskels
platziert, der stimuliert werden soll (Vorhof oder Kammer). o
beim Zweikammerschrittmacher , der seine Impulse an Vorhof und
Kammer abgibt, neben der ersten zusätzlich eine zweite Elektrode im Herzmuskel
platziert. [Abb.: Anlagemöglichkeit eines permanenten bzw. temporären
Herzschrittmachers] Abb.: Anlagemöglichkeit eines permanenten bzw. temporären
Herzschrittmachers
Die optimale Überleitung der Stromimpulse auf den Herzmuskel
wird durch Messungen kontrolliert. Dann werden Elektrode(n) und Schrittmacher
miteinander verbunden.
Ist es in seltenen Fällen nicht möglich die Elektrode(n) über
eine Vene einzuführen, werden sie an der Oberfläche des Herzmuskels verankert.
Dies erfolgt meist im Rahmen einer anderweitig erforderlichen Herzoperation oder
sehr selten über einen Schnitt unterhalb des Rippenbogens.
Wechsel des Schrittmachers
Je nach Strombedarf reicht die Schrittmacher-Batterie für 6–14
Jahre. Durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen lässt sich rechtzeitig erkennen,
wann ein Austausch notwendig wird. Beim Wechseln des Schrittmachers wird die
Hauttasche in örtlicher Betäubung eröffnet und der alte Schrittmacher durch
einen neuen ersetzt. Die Elektroden werden dabei belassen. *
Anlegen eines vorübergehenden (temporären) Schrittmachers
Zur vorübergehenden Behandlung wird nach Punktion einer
Halsvene eine Elektrode unter Röntgenkontrolle in das Herz vorgeschoben und –
wie beim permanenten Schrittmacher – im Herzmuskel platziert. Die Elektrode wird
am Hals durch die Haut herausgeleitet und mit dem Schrittmacher verbunden, der
außerhalb am Körper getragen wird (vgl. Abb.). Bei Zweikammerschrittmachern wird
eine zweite Elektrode auf dieselbe Weise im Herzmuskel platziert und mit dem
Schrittmacher verbunden.
Mögliche Komplikationen und Nebenwirkungen bei einer
Herzschrittmacher Operation
Kleinere Blutergüsse im Bereich der Schrittmachertasche bzw.
der Punktionsstelle am Hals lassen sich z.B. durch Kühlung gut behandeln.
Größere Blutergüsse und Verletzungen der Gefäß- oder Herzwand , die eine
operative Ausräumung erfordern sowie Nervenreizungen durch die Elektrode(n) sind
selten.
Trotz aller Sorgfalt kommt es insbesondere bei der
Venenpunktion in seltenen Fällen zu einer Verletzung des Brustfells mit
Luftansammlung im Pleuraspalt (Pneumothorax) , die ein Absaugen der Luft
erfordern kann. Dauerhafte Schädigungen der Lungenfunktion sind sehr selten.
Infektionen im Bereich der Schrittmachertasche sind selten;
vorsorglich werden Antibiotika gegeben. Dringen dennoch Keime ins Herzinnere vor
und führen dort zu einer Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis) , kann es
erforderlich werden, Elektrode(n) und Schrittmacheraggregat zu entfernen und an
anderer Stelle neu einzusetzen. Beim Herzschrittmacher-Wechsel ist das
Infektionsrisiko geringfügig höher, die meisten anderen Risiken sind dagegen
seltener.
Während des Eingriffs, insbesondere beim Platzieren der
Elektrode(n), können Herzrhythmusstörungen auftreten, die extrem selten
Kammerflimmern auslösen und eine sofortige Elektrobehandlung erfordern.
Bei Allergie oder Überempfindlichkeit (z.B. auf Medikamente,
Desinfektionsmittel, Latex) können vorübergehend Schwellung, Juckreiz, Niesen,
Hautausschlag, Schwindel oder Erbrechen und ähnliche leichtere Reaktionen
auftreten. Schwerwiegende Komplikationen im Bereich lebenswichtiger Funktionen
(Herz, Kreislauf, Atmung, Nieren) und bleibende Schäden (z.B. Organversagen,
Lähmungen) sind sehr selten.
Führen Gewebereaktionen oder Lageveränderungen des
Schrittmachers zu Fehlfunktionen , kann eine Umprogrammierung oder eine
Lagekorrektur oder ein früheres Austauschen des Schrittmachers nötig werden.
Lebensbedrohliche Komplikationen während des Eingriffs wie
Herz-, Kreislauf- oder Atem-Stillstand sind in aller Regel beherrschbar.
Todesfälle sind selbst bei weit fortgeschrittener Grunderkrankung selten.
Bei Wundheilungsstörungen oder entsprechender Veranlagung
können schmerzende und ästhetisch störende Narbenwucherungen mit
Hautverfärbungen (Keloide) entstehen. Mit konservativen Maßnahmen (z.B. Salben,
Druckmassage) und/oder Korrekturoperationen kann versucht werden, solche Narben
zu verbessern. Ein Taubheitsgefühl der Haut im Bereich der Operationsnarbe kann
zurückbleiben.
Bilden sich nach dem Legen des Katheters Blutgerinnsel
(Thromben) oder werden insbesondere kleinere Venen durch die Elektrode(n)
verlegt, so kann dies zu – oft nur vorübergehenden – Durchblutungsstörungen des
Armes mit Schwellungen und Schmerzen führen (Thrombose) . Lösen sich durch das
Legen/Entfernen der Elektroden Gerinnsel von der Gefäßwand ab und verschließen
sie ein Blutgefäß in der Lunge, so kann es zu einer lebensgefährdenden
Lungenembolie kommen; eine Behandlung auf der Intensivstation und die
medikamentöse Auflösung oder die operative Entfernung des Gerinnsels werden dann
erforderlich. Als vorbeugende Maßnahme kommt u.a. die Gabe gerinnungshemmender
Mittel (z.B. die Injektion von Heparin ) in Betracht, die allerdings zu
Blutungsneigung und zu einer schwerwiegenden Störung der Blutgerinnung führen
kann.
Die Gabe von Blut oder Blutbestandteilen ist beim Einpflanzen
oder Wechseln eines Herzschrittmachers nur äußerst selten erforderlich.
Auch vorbereitende, begleitende oder nachfolgende Maßnahmen
sind nicht völlig frei von Risiken. So können z.B. Infusionen oder Injektionen
gelegentlich örtliche Gewebeschäden (Spritzenabszesse, Nekrosen, Nerven-
und/oder Venenreizungen/-entzündungen) nach sich ziehen.
Bricht im Laufe der Jahre eine Elektrode, muss sie repariert
oder entfernt und erneuert werden.
Bitte unbedingt beachten! Vor dem Eingriff
Der behandelnde Arzt entscheidet, ob und wann
blutgerinnungshemmende Medikamente (z.B. Marcumar®, Aspirin®) unter Kontrolle
des behandelnden Arztes abgesetzt bzw. durch ein anderes Medikament ersetzt
werden müssen.
Nach dem Eingriff
In den ersten Tagen sollten Sie den Arm auf der operierten
Seite schonen und nicht über 90 Grad abspreizen oder anheben, um eine
Verlagerung der Elektroden zu vermeiden. *
Gewohnte Alltagsaktivitäten können Sie möglichst bald wieder
aufnehmen. Nach etwa vier Wochen ist kaum noch mit Störungen durch eine
Elektrodenverlagerung zu rechnen. *
Tragen Sie Ihren Schrittmacherausweis stets mit sich, damit
sich behandelnde Ärzte im Notfall rasch informieren können. *
Nehmen Sie die Termine für die Schrittmacherkontrollen
regelmäßig wahr.
Moderne Herzschrittmacher werden durch elektromagnetische
Felder kaum noch beeinflusst. Störende Einflüsse können aber z.B. von defekten
Haushaltsgeräten oder starken Magneten (z.B. Kernspintomographen) ausgehen.
Kontrollschleusen auf Flughäfen beeinflussen beim zügigen Durchgehen den
Herzschrittmacher nicht. Mobiltelefone (Handys) sollte man nicht direkt auf die
Batterie und beim Telefonieren möglichst auf der Gegenseite halten. Sprechen Sie
im Zweifelsfall mit Ihren Ärzten, insbesondere auch über Störungen, die sich aus
Ihrem Arbeitsumfeld ergeben können.
Wird der Eingriff ambulant durchgeführt, müssen Sie sich von
einer erwachsenen Begleitperson abholen lassen, da Ihr Reaktionsvermögen durch
Betäubungs- und/oder Schmerzmittel noch eingeschränkt sein kann. Ihr Arzt wird
Ihnen mitteilen, wann Sie wieder aktiv am Straßenverkehr teilnehmen oder an
laufenden Maschinen arbeiten können. Sie sollten in dieser Zeit auch keinen
Alkohol trinken und keine wichtigen Entscheidungen treffen.
Bitte verständigen Sie sofort die Ärztin/den Arzt bei
Schwellungen im Bereich der Schrittmachertasche oder Schmerzen in der Brust,
geänderter Herzschlagfolge (zu langsam, zu schnell, unregelmäßig) sowie bei
Fieber (über 38° C). Dies alles können Anzeichen für eine Fehlfunktion oder eine
Entzündung im Bereich des Schrittmachers sein, auch wenn diese Beschwerden erst
lange nach dem Eingriff auftreten!
Viele Schrittmacher können die Frequenz, mit der sie
elektrische Impulse senden, automatisch an die Lebensvorgänge im Organismus
anpassen. Diese Frequenzadaption ist durch einen Sensor möglich. Er reagiert auf
veränderte Belastungen des Körpers, wie sie beim Laufen, Schwimmen oder bei der
Gartenarbeit entstehen. Der Schrittmacher wird dann zu einer ansteigenden
Herzfrequenz veranlasst. Die jüngste Generation von BIOTRONIK Schrittmachern
reagiert auch auf veränderte Gefühle. Wenn der Patient beispielsweise einen sehr
spannenden Film sieht oder etwas Unerwartetes auf ihn zukommt, kann sich der
Herzschlag beschleunigen und der Blutdruck steigt. Bestimmte Schrittmacher
passen sich solchen emotionalen Belastungen an.
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